Sauberes Wasser ist unsere Leidenschaft

Herzlich willkommen beim Abwasserverband und der ARA Rotzwinkel. Nach einer rund 9-jährigen Planungs- und Bauzeit reinigt seit Kurzem eine moderne SBR-Anlage das Abwasser der sechs Verbandsgemeinden Stans, Stansstad, Ennetmoos, Oberdorf, Dallenwil und Wolfenschiessen.

Am Sa. 16. Sept. 2017 wurde die neue Kläranlage offiziell mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und blickten hinter die Kulissen einer modernen ARA. Herzlichen Dank allen Interessierten.

Organisation

Verband

Der Abwasserverband Rotzwinkel ist ein Gemeindezweckverband der sechs Nidwaldner Gemeinden Stans, Stansstad, Ennetmoos, Oberdorf, Dallenwil und Wolfenschiessen. Der Zweck des Verbandes ist die Reinigung des Abwassers im gesamten Gebiet, der Betrieb der Kläranlage ARA Rotzwinkel sowie - gemeinsam mit den Verbandsgemeinden - der Kanalisation inkl. zahlreicher Aussenanlagen (über 40 Pumpwerke und 3 Regenbecken) im Verbandsgebiet. 

Die sechs Verbandsgemeinden stellen proportional zur Bevölkerung Delegierte. Geführt wird der Verband vom fünfköpfigen Vorstand.

Sekretariat und Korrespondenzadresse:
Abwasserverband Rotzwinkel
c/o Gemeindeverwaltung Stans
Stansstaderstrasse 18
Postfach 442
6371 Stans
Tel. 041 619 01 00
 
Präsident:
René Küchler (Gemeinderat Stansstad)
Tel. 079 477 74 88
 

Verbandsgebiet

ARA Rotzwinkel

Die ARA Rotzwinkel wurde 1971 erbaut und in mehreren Etappen erweitert. Aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums im Verbandsgebiet sowie höherer Anforderungen bzgl. des Gewässerschutzes starteten 2008 umfangreiche Planungsarbeiten für eine Sanierung, Ausbau sowie Modernisierung. Von 2011 bis 2017 wurde die Kläranlage in vier Etappen erneuert und steht seither als moderne, leistungsfähige SBR-Anlage (Sequencing Batch Reactor) mit 3 mal 3'600 m3 Kapazität im Dienste der Umwelt.

 

Betrieb:
ARA Rotzwinkel
Rotzlochstrasse 10
6370 Stans
Tel. 041 612 05 10
 
 
 
Betriebsleiter:
Marcel Fresa
Tel. 041 612 05 10

ARA Rotzwinkel

Abwasserreinigung

Über das Kanalnetz, das mehr als 40 vom Abwasserverband Rotzwinkel unterhaltene Pumpwerke und drei Regenbecken beinhaltet, wird das Abwasser zur ARA Rotzwinkel geleitet. Dort durchfliesst es folgende Stationen: 

Zulaufhebewerk (1)

Im Zulaufhebewerk wird das Abwasser von fünf der sechs Verbandsgemeinden wird mit zwei Schneckenpumpen gefördert. Das Abwasser der Gemeinde Stansstad wird direkt in den Kanal vor der Rechenanlage gepumpt. Anschliessend fliesst das Abwasser im freien Gefälle bis zum Vorlagebecken der biologischen Reinigung und durch die einzelnen Reinigungsstufen.

Rechenanlage (2)

Der Feinrechen hält die über 6 mm grossen Grobstoffe wie Holz, Papier, Textilien, etc. aus dem Abwasser zurück. Solche Stoffe werden zwischengelagert und schliesslich in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) entsorgt.

Sandfang (3)

Im Sandfang (200 m3) wird die Fliessgeschwindigkeit des Abwassers reduziert und Luft eingeblasen, wodurch schwere Stoffe wie bsp. Sand absinken. Der Sand wird anschliessend auf einer Deponie entsorgt. Die eingeblasene Luft trägt dazu bei, dass Fett- und Schwimmstoffe an die Oberfläche getrieben werden und durch einen Fettfang entfernt werden können.

Vorklärung (4)

Im Vorklärbecken (600 m3), Aufenthaltszeit ca. 1.5 bis 3 h) setzt sich der grösste Teil der im Abwasser enthaltenen festen Schmutzstoffe ab. Die abgesetzten Stoffe werden mit einem Räuber in den Trichter befördert und von dort als sogenannter Primärschlamm zur Frischschlammeindickung (Pos. B) gepumpt.

Vorlage Biologie (5)

Mit dem Vorlagebecken können Belastungsspitzen aus dem Zulauf der ARA abgepuffert werden, um die biologische Reinigung gleichmässig beschicken zu können.

Biologie (6)

Für die biologische Abwasserbehandlung stehen drei SBR (Sequencing Batch Reactor) zur Verfügung (je 3'600 m3). Die biologische Abwasserbehandlung läuft in vier Phasen ab. In der ersten Phase wird der Reaktor mit dem bereits vorgereinigten Abwasser befüllt. Dieses enthält gelöste Schmutzstoffe, die nicht absetzbar, aber biologisch abbaubar sind.Dann folgt die Belüftungsphase. Dabei wechseln sich Belüftungs- und Ruhephasen in einem kontrollierten Reinigungsprozess ab. Somit kann der sogenannte Belebtschlamm mit vielen Millionen Mikroorganismen entstehen und die noch vorhandenen Schmutzstoffe können gründlich aus dem Wasser entfernt werden. Der zum Leben der Mikroorganismen und Kleinstlebewesen erforderliche Sauerstoff wird mittels vier Gebläsen über ein feinblasiges Belüftungssystem in die Reaktoren eingebracht. In der dritten Phase folgt eine Ruhephase, in welcher der Belebtschlamm zum Boden der Anlage absinkt. Dadurch bildet sich im oberen Teil des SBR-Beckens eine Klarwasserzone. In der vierten Phase wird das Klarwasser vom Schlamm getrennt. Das gereinigte Abwasser (Klarwasser) wird nun über das Ausgleichsbecken (Pos. 8) in den Vorlauter (A2-Kanal) geleitet. 

Fällmittelanlage (7)

Durch Zugabe eines Fällungsmittels (z.B. Eisensulfat) in der biologischen Stufe wird das im Abwasser enthaltene Phosphat in eine absetzbare Form gebracht und mit dem Überschussschlamm eliminiert.

Ausgleichsbecken (8)

Das ehemalige Nachklärbecken dient heute als nachgeschaltetes Ausgleichsbecken (1'540 m3) für das gereinigte Abwasser. Dort wird es zwischengespeichert und kontinuierlich in den Vorlauter (A2-Kanal) abgegeben.

Schlammsiebung (A)

In der Schlammsiebung werden Grobstoffe wie z.B. Faser oder Haare aus dem Schlamm entfernt, damit sich keine Verzapfungen in den Faulräumen bilden.

Frischschlammeindickung (B)

Der Schlamm aus der Verklärung besteht zu 97% aus Wasser und zu 3% aus Feststoffen. Mit Hilfe von Flockungsmitteln und einer langsam drehenden Filterscheibe wird der Feststoffgehalt von 3% auf ca. 8% erhöht. Anschliessend wird der eingedickte Schlamm in die Faulanlage befördert.

Überschussschlammeindickung (C)

Der überschüssige Schlamm aus der biologischen Stufe wird mittels einer Seihtrommel entwässert und danach wie der voreingedickte Primärschlamm in die Faulung gepumpt. 

Faulanlage (D)

In den beiden Faulräumen (je 600 m3) wird der Schlamm bei einer konstanten Temperatur von ca. 38 Grad unter Luftausschluss mit Hilfe von Methanbakterien teilweise zersetzt. Dabei bildet sich Klärgas (Methangas), das gefasst und in einem Blockheizkraftwerk zur Produktion von Strom und Wärme genutzt wird (siehe auch Pos. H).

Faulschlammstapel (E)

Nach dem Gärungsprozess wird der Faulschlamm in zwei Stapelbehältern (je 500 m3) zwischengelagert. Dort wird der Schlamm erneut statisch eingedickt und dient anschliessend als Vorlage für die Faulschlammentwässerung.

Faulschlammentwässerung (F)

Der ausgefaulte Schlamm, der zu 3 bis 4% aus Feststoffen besteht, wird mit einer Schneckenpresse auf ca. 32% entwässert und in Abrollmulden zwischengelagert, bis er zur Verbrennung abtransportiert wird.

Faulgasanlage (G)

Im Gasometer (Gasspeicher, 475 m3) wird das im Faulraum erzeugte Klärgas zwischengespeichert, bevor dieses im Blockheizkraftwerk (BHKW) verwertet wird.

Energiezentrale (H)

Im BHKW wird die im Klärgas enthaltene Energie zu 35% in Strom und zu 65% in nutzbare Wärme umgewandelt.

Abluftbiofilter (I)

Die Abluft diverser Anlageteile mit erhöhter Geruchsbelastung, wie Zulaufhebewerk, Rechenraum, Sandfang, Verklärung und Schlammbehandlung, wird in zwei Abluftbiofiltern durch Mikroorganismen gereinigt.

Brauchwasseranlage (J)

Für das Prozesswasser wird kein Trinkwasser verschwendet, sondern Grundwasser aus dem eigenen Brunnen verwendet.

Funktionsprinzip, Ablauf und Phasen SBR

SBR Prozess

SBR Phasen

Energieproduktion

Eine moderne Kläranlage reinigt nicht nur Abwasser. Die ARA ist gleichzeitig ein Kraftwerk und produziert elektrische Energie sowie nutzbare Wärme. In der ARA Rotzwinkel wird gleich in verschiedenen Bereichen Energie produziert, genutzt und weitergegeben.

Blockheizkraftwerk

Mit einem modernen Blockheizkraftwerk (BHKW) wird mittels Klärgas ein Gasmotor betrieben, welcher wiederum einen Generator antreibt. Damit wird nahezu rund um die Uhr elektrische Energie produziert, welche ins Netz des kantonalen EWs eingespeist wird.

Abwärmenutzung

Die Abwärme des Blockheizkraftwerks wird genutzt. So verfügen die Gebäude der ARA Rotzwinkel über keine übliche Heizung. Die Abwärme wird zum Heizen der (Büro-) Räume genutzt. 

Wärmeverbund

Auch dem gereinigten Abwasser wird Wärme entzogen, bevor es über den Vorfluter (A2-Kanal) in den See und somit zurück in den natürlichen Kreislauf gegeben wird. Diese Wärme wird an einen Wärmeverbund abgegeben. Über dieses Fernwärmenetz werden in Stansstad rund 80 Liegenschaften mit Heizenergie versorgt. 

Zahlen & Fakten

Abwassermenge
pro Jahr: 2.09 Mio. m3
Tagesmittel: 5'715 m3
 
Einwohnergleichwerte (EWG)
angeschlossene Einwohner: 20'846
mittlere Belastung inkl. Industrie: 32'463 EWG
 
Organische Schmutzfracht
durchschn. Fracht Zulauf: 3'896 kg CSB/d
durchschn. Fracht Auslauf: 251 CSB/d
 
Reinigungsleistung
abgebaute organische Schmutzstoffe: 93.6%
Phosphatentfernung: 93.6%
 
Volumen
Beckenvolumen SBR: 10'800 m3 (3 x 3'600 m3)
 
Aussenanlagen
Pumpwerke: > 40
Regenbecken: 3
 
Klärgas
Gasproduktion pro Jahr: 331'590 m3
 
Energie
Stromverbrauch pro Jahr: 879'825 kWh
Stromproduktion pro Jahr: 632'848 kWh
Anteil Eigenproduktion: 72%
 
 

Besichtigungen / Führungen

Sie wollten schon immer wissen, wie aus Schmutzwasser wieder einwandfreies Trinkwasser wird? Blicken Sie hinter die Kulissen der ARA Rotzwinkel. Wir organisieren gerne individuelle Führungen für Gruppen (Schulklassen, Vereine, etc.). Unser Betriebsleiter Marcel Fresa (Tel. 041 612 05 10) steht Ihnen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung. Oder nutzen Sie die Kontaktfunktion (E-Mail) oben rechts im Menü.